Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/peruletters

Gratis bloggen bei
myblog.de





Stinkstiefel

Später kehrten wir wieder mit dem collective zurück ins meeresnahe Städtchen, die Nutzung des Taxis ist längst keine ernste Alternative mehr, viel zu touristisch. Der Stiefel entledigt, Sandalen übergestreift und nach dem taller de zapatos gefragt – durch die Straßen gebummelt, den Schuster und eine Gaststätte suchend – letzteres allein glückt. Ein unverbauter Blick auf die surfende, peruanische Upperclass aus einem in schönem Blau und Holz gehaltenen Restaurant – wirklich schöne Wellen, die in der gleißenden Sonne schönste Ritte verheißen, was sich aus der sicheren Distanz so leicht denkt, würde ich zu gern versuchen, doch soviel Zeit ist uns nicht vergönnt. Zurück im Garten stottere ich solange über meinen treulosen Schuh, dass die Hausherrin sich irgendwann seiner oder meiner erbarmt und zu verstehen gibt, dass sie ihn einem Schuhmacher überbringen würde. Setzen uns fünf Minuten in den Garten, aber mit der schwindenden Sonne weicht auch alle Wärme und so eilen wir beidem nach an den Strand, um uns von einem unspektakulären sunset enttäuschen zu lassen. Auf dem Rückweg passiert uns ein Elektroauto, das so gar nicht in die Gegend passen will und zudem Werbung für eine deutsche Website namens Kleinwagennews trägt – etwas skurril, bevor wir aber das Bild verarbeitet haben, ist er schon vorüber und mit ihm die Gelegenheit, das Befremdliche zu klären. Wieder im Zimmer widmen wir den Abend der Konkretisierung der Pläne für die nächste Woche, derweil T seinen Fisch zu verarbeiten sucht. Es ist beinahe halb zwölf als wir uns zu Bett begeben, für peruanische Verhältnisse ausnehmend nächtens, mithin höchste Zeit. Allerdings ist morgen Sonntag und bis auf den Besuch der Moche-Pyramiden nichts geplant.
5.9.11 06:20


Werbung


Seinerzeit die größte Stadt der Welt

Eine bunte Gruppe tropischer Vögel lärmen ganz wunderbar im Garten unserer Posada und die Exotik der Geräuschkulisse lassen keine Verstimmung über das verfrühte Erwachen aufkommen. Einige sitzen auf dem mitten im Garten stehenden, fast obligaten Dude-Bus und werfenden Kopf in den Nacken, weil der ungewohnte Ton, der ihrer Kehle entspringt, offenbar diese Haltung erfordert. Diesem morgendlichen Frohsinn will sich auch eines der Schafe nicht verschließen und steuert eher kakophone Töne bei. Wäre es nur wärmer, allerdings fehlen schon 15°C, wäre es nur allzu verlockend, zur dawn-patrol im line-up zu schaukeln, um welle um welle zu verpassen. Ein Morgenspaziergang am Meer, an Stelle dessen, lässt uns aber frösteln, der Strand lädt nicht wirklich ein und das Städtchen selbst ruht noch tief und fest, der Sonne fehlt noch jede Kraft, die Wellen strotzen davon. Nach der Rückkehr stärken wir uns im zwitschernden Garten beim Frühstück unter Aufsicht der neben uns wohnenden einheimischen Mamas und Kindern. Gegen 10.00 Uhr brechen wir schließlich auf, winken uns ein cambio und lassen uns von Waldo am museo del sitio rauswerfen, dessen Audio-Vorführung beeindruckt. Dann überqueren wir die Straße, um eine sandige Straße gen Chan-Chan zu marschieren. Innen wurde seit dem letzten Mal einiges verändert, der Aussichtsturm allerdings geschlossen. Im Laufe der Erkundung gewinnt die Sonne an Stärke und es wird gemütlich warm. Wir wandern aus dem Tschudi-Komplex noch etwas gen Meer und dann aber zurück zur Straße entre Trujillo und Huanchaco. Diese Passage gerät etwas beschwerlich, weil sich die Sohle meines rechten bota nahezu vollständig abgelöst hat – dumm, bedenkt man, was damit noch gelingen soll.



4.9.11 13:17


Am Meer

Es dauert keine fünf Minuten und uns passiert ein collectivo, der keinen Platz mehr zu bieten scheint, aber dass dieser Schein trügerisch ist bzw. nur phantasielose Mitteleuropäer zu blenden vermag, weiß man noch aus Mexico. Natürlich ist noch Platz für zwei Reisen und ihre gewaltigen Rucksäcke, auch wenn ich die nächsten 12 km unangenehm verbogen bemüht bin, sämtliches equipaje im Inneren des Gefährts zu halten, während Bruderherz einen Platz auf einer hinteren Bank ergattern konnte. Ich empfinde es als Triumph, den Strand dieses Mal ohne Taxi zu erreichen. In Huanchaco selbst passieren wir letztlich den ganzen Ort, um am Ende einer sehr holprigen Straße huanchacos garden zu entdecken. Kurz von der Sorge erfüllt, dass unser Klingeln nicht erhört werden möge, wird uns kurz darauf, trotz der hier um halb schon vollständigen Dunkelheit herzlich geöffnet. Ein leicht fülliger, schwer sympathischer Dauseltyp als Surferausgabe zeigt uns unsere üppige und chillige Suite - Vorraum, Schlafzimmer und Bano – in die er kruz darauf ungefragt, aber mit Gespür den Fernseher reinschlurft, um dann noch ein paar Worte über das Frühstück zu verlieren. Man hört auch innerhalb des Zimmers die Wellen nur allzu deutlich, wenn die Temperaturen auch nicht unbedingt von lockendem Badevergnügen künden. Für heute soll es genug sein, ein paar Zeilen werden dem Fernseher zum Trotz noch gelesen, morgen wartet Chan Chan. Schon wieder.



3.9.11 14:53





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung